Meine Musikgeschichte

   

 

 
Rückblick über sechs Jahrzehnte

 

Wie alles begann (60er-Jahre)  

 

 

Ich war keineswegs von Kindesbeinen an - wie später einmal in einem Zeitungsartikel behauptet wurde - mit der Musik vertraut. Erst mit den fabelhaften Beatles bekam ich den Antrieb, mich intensiver mit Songs zu beschäftigen. Meine erste Schallplatte überhaupt war die Single "Long Tall Sally" mit der B-Seite "I Call Your Name". Die beiden Seiten wurden in stetem Wechsel auf dem mehr als bescheidenen Koffer-Plattenspieler unendlich oft abgenudelt. Meine erste Langspielplatte war "With The Beatles", gekauft zum Geburtstag von meinem Großvater! Durch Mit- und Nachsingen kannte man die Songs bald im Schlaf. Die Texte wurden zunächst abgehört, mit wachsendem Erfolg der Beatles wurden sie aber bald regelmäßig in Bravo abgedruckt.

 

Mit der ganzen Klasse zogen wir damals ins Kino, als A Hard Days Night und Help (Hi Hi Hilfe) herauskamen, und schmetterten die Lieder lauthals mit. Und schließlich konnte ich auch die Fab Four live anlässlich der legendären Bravo-Beatles- Blitztournee erleben. Hier meine im Jahre 2000 aufgeschriebenen Erinnerungen an dieses Ereignis.

 

25. Juni 1966 - 17 Uhr

 

Beatles-Konzertbericht: Karte anklicken!

 

 


Die Zeit in Schülerbands (1964 - 1967)   top  

 

 

 

Das abgebildete Schlagzeug war mein ganzer Stolz jener Tage. Ein spartanisches Modell, vergleicht man es mit heutigen Drum-Sets. Das Besondere daran war, dass ich es auf Pump bei einem örtlichen Musikalienhändler gekauft und durch Ferienjobs abgestottert hatte. Es waren immerhin astronomische 500 DM zu begleichen. Wer darüber lächelt, vergleiche nur mal die Benzinpreise von damals und heute.

 

Es begann mit meiner aktiven Musikerzeit - wie bei vielen anderen Jugendlichen auch - in der obligatorischen Schülerband. Einige Klassenkameraden konnten schon Gitarre spielen, also machte ich mich mit dem Schlagzeug vertraut. Geübt wurde in der Fahrschule, die dem Vater eines Mitschülers gehörte. Praktisch, denn da machten wir alle später dann unseren Führerschein.

Meine Drums bestanden in der Urversion zunächst aus einem Kuchenblech. Eine Gitarre mit Tonabnehmer wurde an ein Radio angeschlossen. Als Mikrofon diente eine Telefonkapsel, die natürlich auch an das Radio angeschlossen wurde. Der Radioapparat hielt das nur aus, weil die Dinger früher doch recht gewichtig waren und einen einigermaßen großen Lautsprecher hatten. Als Mikrofonstativ musste ein ausgemusterter Lampenständer herhalten.

In jener Zeit entstand mein erster eigener Song, in Anlehnung an den Rock´n´Roll- Klassiker "Roll Over Beethoven" mit dem sinnigen Titel "Do You Like Brahms" versehen - ein im wahrsten Sinne des Wortes echter Heuler.

Dann wurde ein Kofferverstärker angeschafft, richtige E-Gitarren und ein echtes Schlagzeug. An diesen einen Kofferverstärker wurden natürlich alle Instrumente und Mikrofone angeschlossen. Was sonst noch so fehlte, wurde in der Regel von anderen Bands zusammengeliehen. Es war üblich, sich gegenseitig auszuhelfen. So hatte ein befreundeter Musiker einen "Echomixer", der sich dadurch auszeichnete, dass er einerseits einen extrem blechernen Hall erzeugte, andererseits man an ihn aber mehrere Gitarren bzw. Mikros gleichzeitig anschließen konnte.

 

Telefunken Echomixer

 

Unsere Band übte nun in der Milchbar, dann im Keller unseres Gymnasiums, da die Fahrschulnachbarn dem Beat, der anfangs doch besser mit Lärm beschrieben war, nicht lange Stand hielten. Man schrieb das Schuljahr 1965/66. Dass wir in unserer Schule üben durften, kam einer Sensation gleich. Dennoch wurden die jungen Musiker oftmals mit schrägen Blicken seitens der Lehrerschaft bedacht.

Songs wie "Under The Boardwalk" oder "You Really Got Me" gehörten zum Standardrepertoire. Aber auch deutsche Gruppen wie die Rattles waren durchaus Leitbilder. Als diese einmal am Ort ein Konzert gaben, war der Konzertbesuch ein Muss. Die Raum-Verhältnisse waren katastrophal, der Cavern-Club in Liverpool hatte dagegen wohl Westfalenhallen-Qualität. So etwas vergisst man nie!

 

 

Grundsätzlich spielten wir nur nach. Cover-Band, würde man heute sagen. Es war nicht unüblich, dass Drummer auch beim Gesang mitmischten. Auftrittsmöglichkeiten besorgten wir uns in Jugendheimen und bei Schulfesten oder schufen uns selbst welche, indem wir kurzerhand Klassenfeste organisierten und die halbe Stadt dazu einluden. Zu den Auftritten ging´s nicht etwa per Auto, sondern mit der Straßenbahn - aber mit kompletter Ausrüstung!

 

Die ursprüngliche Schülerband wechselte im Laufe der Zeit öfter mal das Personal, desgleichen die Übungsräume. So lernte man nach und nach sämtliche Heizungskeller der umliegenden Jugendheime und Gemeindehäuser kennen. Auch der Bandname erfuhr gelegentliche Updates. Ich spielte in den (etwas) länger existierenden Formationen The Madcaps, The Dukes, Ra Horus und XYZ.

 

 


Die Zeit in der Tanzcombo (1967 - 1970)   top

 

 

 

 

 

Irgend wann hatten die wechselnden Schülerbands ihren Reiz für mich verloren. Das Abitur warf schon seine Schatten voraus. Es ergab sich die Möglichkeit, in eine bereits bestehende etablierte Tanzcombo - The Fellows - als Schlagzeuger einzusteigen. Ich nutzte 1966 die Gelegenheit, eine völlig andere Seite des Musikerdaseins kennen zu lernen. Auch in der Tanzmusik werden bekanntlich Titel nachgespielt. Reizvoll und neu daran war für mich als "gelernter" Beat-Schlagzeuger die rhythmische Vielfalt.

 

 

Die typische Tanzband-Formation jener Tage: Atze an der Farfisa-Orgel, Siggi an der Rhythmusgitarre, Erhard an der Sologitarre, Hannes am Bass, ich an den Drums und alle am Mikro.

 

So auch bei den Fellows, die das gesamte Repertoire der damaligen Schlagerwelt abdeckten. Einerseits wurden die Publikumswünsche erfüllt. Wenn man für Vereine spielte, waren besonders Evergreens oder Marsch- und Walzerweisen gefragt. Andererseits traten die Fellows auch in Jugendheimen oder bei offiziellen Veranstaltungen und Galas auf und boten internationale Standards und aktuelle Pop- und Rocktitel. Die Spannbreite reichte dabei von Folklore bis The Who. Ein ganz besonderer Auftritt war der Auftritt beim Empfang einer israelischen Delegation durch den Oberbürgermeister der Stadt.

 

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt der Muckerei war natürlich der Verdienst. Als Oberprimaner konnte man das gut gebrauchen, denn die Anforderungen an das Taschengeld stiegen doch merklich. Allerdings: Verglichen mit den Honoraren heutiger Tanzmusiker bekamen die Fellows damals einen Hungerlohn. Und es wurde davon natürlich eine ordentliche Summe wieder in Instrumente und Anlagen gesteckt. Aber das ist ja bei Musikern immer so.

 

Nicht unbedingt angenehm waren die jährlich wiederkehrenden Karnevalsveranstaltungen bestimmter Veranstalter. So wurde bei einer Großveranstaltung ein mehrstündiges Programm abgespult, wobei die Band ständig auf der Bühne präsent sein musste. In schöner Abwechslung gab es dabei Karnevalswalzer und -märsche bis zum Erbrechen - tätä, tätä, bumm bumm. 

 

Obwohl  die Zeit mit den Fellows insgesamt gesehen schön war und eine Menge wertvoller musikalischer und menschlicher Erfahrungen gebracht hat, war um 1970 herum für mich der Punkt erreicht, wo ich davon nichts mehr wissen wollte: Schluss mit Tanzmusik, Schluss mit Nachspielen, Schluss mit Schlagzeug. Ich wandte mich ganz der E-Gitarre zu, deren Spiel natürlich erst einmal erlernt werden wollte.

 

 


Back to the roots I (1970)   top    

 

 

Von nun an gab es eine Besinnung auf die Wurzeln der Rockmusik. Besonders Gruppen wie Free, Taste und Colosseum machten vor, wie der Blues lebendig blieb und dennoch eine neue Form erhielt. Ich machte meine ersten öffentlichen "Gehversuche" auf der Gitarre. Zunächst wechselten auch hier die Besetzungen, ohne dass ernsthaft an einer Sache gearbeitet wurde. In der Besetzung Drums, zwei Gitarren und Orgel  wurde dann unter dem Bandnamen Ra Horus an einem eigenen Konzept gefeilt, doch die Formation hielt nicht lange. In dieser Zeit tat ich mich vor allem dadurch hervor, dass ich in Massen Gitarrenboxen vom Typ 4 x 12" baute, was um so leichter fiel, da ich in den Semesterferien in einem Ladenbau-Betrieb zu jobben pflegte.

 

Schließlich bildete sich um unseren Drummer von Ra Horus und mich der Kern einer Band, die ab 1971 in Siggi Bemms Gartenhaus (ein Holzhaus) mit der Überei begann. Heute heißt sein international renommiertes Tonstudio - danach benannt - Woodhouse.  Später dann konnten wir bei einem Freund einen Keller selbst ausbauen und dort den  "Übungsbetrieb" aufnehmen. Zwar gab es auch hier in der Anfangsphase noch die ein oder andere  Veränderung, etwa an Bass und Orgel, doch schließlich stand ab 1972 die Band Verborg Effector.

 

 


Verborg Effector (1972 - 1975)   top

 

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Mit Verborg Effector ergaben sich erstmals völlig neue Möglichkeiten, Klangvorstellungen und Kompositionsstrukturen zu verwirklichen. Die Besetzung mit Gesang, Gitarre, Orgel, Schlagzeug, Bass, Geige, Saxophon und Querflöte bot dazu alle Voraussetzungen. Zeitweilig wurde auch ein  Vibraphon  eingesetzt. Die Bandmitglieder hatten durchaus konkrete Vorbilder. Da war einmal die multi-instrumentale Band Gentle Giant, die ich mehrmals live erlebt habe und die eine für damalige (und heutige!) Verhältnisse unglaubliche Komplexität der Spiel- und Kompositionstechnik bot.

Die frühen Genesis wiederum bestachen durch die Melodik und die phantasievollen Inhalte, kunstvoll dargeboten von Peter Gabriel. Schließlich war da noch Van Der Graaf Generator, ein wahres Soundgebräu rund um die eigenwillige Stimme von Peter Hamill.

 

Das war der Maßstab. Entsprechend intensiv wurde geübt, 10 Stunden pro Woche im ausgebauten Übungskeller. Heraus kamen überaus komplizierte Kompositonen, die ich aus heutiger Sicht vielleicht mit der Bezeichnung "überzüchtet" versehen würde. Der Erfolg nach zweijährigem Kellerdasein gab der Band allerdings Recht. Die Erfolgsstory lässt sich anhand der nachstehenden Berichterstattung in der lokalen Presse gut nachvollziehen.

 

Zeitungsartikel "Bandwettbewerb" vom 18.12.1973
Zeitungsartikel "Band in Concert" vom 20.2.1974
Zeitungsartikel "Musical" vom 12.3.1974
Zeitungsartikel "Project OVEC-Probe" vom Februar 1975
Zeitungsartikel "Project OVEC" vom 7.3.1975
Nachruf des "Musikertreff Hagen" vom Dezember 2004
Zeitungsartikel "...genau vor 33 Jahren..." vom 5.3.2008
 

 

 
  In der THG-Aula   top

 

Schon bald nach dem Sieg im Theater kamen große Herausforderungen auf die Band zu, die mit einem Schlag weit über die Grenzen Hagens heraus bekannt wurde, als AMNESTY INTERNATIONAL die Gruppe als Vorband für die damalige deutsche Spitzenband BIRTH CONTROL buchte. Am 16. Februar 1974 fand ein entsprechendes Konzert mit großer Resonanz in der Aula des Theodor Heuss-Gymnasiums in Hagen statt. Hier konnte Verborg Effector erstmal fast das komplette Programm spielen, das insgesamt aus sehr langen Stücken bestand, die bis zu 12 Minuten dauerten.


 

THG-Aula

   
 
 

Im Karl Ernst Osthaus-Museum   top

 

Ein halbes Jahr nach dem Bandwettbewerb hatte sich Verborg Effector einen guten Ruf erworben. Dazu trugen natürlich auch die Presseberichte über die Arbeit am Musical bei.

So kam auch die Einladung des Westdeutschen Künstlerbundes nicht völlig überraschend. Die Band sollte anlässlich des Preisverleihung des Osthaus-Preises der Stadt Hagen spielen.

 

Bühne im Karl Ernst Osthaus-Museum

 

Am 14. Juni 1974 trat die Band vor illustrem Kunstpublikum auf und spielte ihr Programm, das aus wenigen, dafür aber sehr langen Kompositionen bestand. Die Künstlerschaft nahm das Gebotene sehr positiv auf.

Der gute Kontakt zum Theater machte es möglich, dass Bühnenpodeste und Bühnenscheinwerfer zur Verfügung standen.

 

 

 
 

The End   top

Nach dem überragenden Project OVEC waren für die Band schon viele Zukunftsweichen gestellt, u. a. war ich gerade dabei, einen Auftritt beim WDR einzustielen. Ferner bestand eine Option, OVEC möglicherweise noch einmal in der WDR-Reihe "Musik extra dry" fernseh-gerecht aufzuführen. Aber wie es oftmals in Bands ist, die Mehrheit der verehrten Mitmusiker hatte plötzlich den dringenden Wunsch, ich möge aus der Band ausscheiden. So geschah es. Wenig später löste sich Verborg Effector auf (warum wohl?) und war fortan lokale Rockgeschichte.

 

 


Headway (1978 - 1981)   top

 

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Schon 1977 hatte ich den Organisten und Keyboarder Meinolf Kröger aus Verborg-Effector-Zeiten wieder getroffen. Wir setzten uns öfter mal zusammen und spielten auch den ein oder anderen Takt. Es ergab sich dann die Möglichkeit, einen Kellerraum für Bandzwecke herzurichten. Meinolf und ich machten uns an die mühselige Arbeit, die - berufsbedingt - fast ein Jahr dauerte. Dann war der Raum weitgehend schallisoliert und bot zudem studiotaugliche Möglichkeiten durch einen eigenen Aufnahmeraum mit Sichtfenster zur Band. Nun wurden im Wesentlichen Aufnahmegeräte, ein Mischpult, ein Drumset und diverse Verstärker für Bass und Gitarre gekauft und durch die bereits vorhandenen Instrumente ergänzt.

 

Ganzer Stolz der Anlage war Meinolfs echte Hammond mit Leslie, ein unglaublich schweres Teil, das gerade durch die Tür passte. Ferner gab es noch das legendäre Wurlitzer-E-Piano und ein Farfisa-String-Orchestra. Alle Instrumente wurden komplett per Mikrofon abgenommen, eine Kopfhörer-Anlage wurde installiert.

Ab Ende 1978 stießen Ludger Schürmann und Werner Weber dazu sowie Detlef Potten am Bass. Damit war Headway komplett. Zusätzlich ergab es sich, dass ein Freund, Peter Hörndl,  bereit war, sich ans Mischpult zu setzen und sowohl die Bandgeräte zu fahren, als auch den Bandsound auszusteuern. Nun konnte geübt werden, was sich besonders durch die Kopfhöreranlage als sehr bequem erwies. 

Zweimal in der Woche wurde geübt und an einem eigenen Konzept gefeilt. Durch das regelmäßige Mitschneiden der Übungssessions konnte das Ergebnis der Bemühungen immer kontrolliert werden, so dass sich schnell eine gewisse Professionalität einstellte. Zunächst war es gar nicht vorgesehen, in irgend einer Weise öffentlich aufzutreten. Schließlich entschloss sich die Band aber 1981 doch, den Sprung auf die Bühne zu wagen. 

Im Angesicht der ersten Auftritte verließ Detlef Potten gewissermaßen ohne Vorwarnung die Band. Ludger machte sich an die Aufgabe, statt der Rhythmusgitarre nun den Bass zu bedienen. Er arbeitete sich schnell und gut in das Repertoire ein und die nun auf vier Musiker geschrumpfte Band absolvierte einige Auftritte. Leider ging - durch meinen Umzug bedingt - der Übungsraum verloren. Besonders Meinolf und ich wollten uns den Bau-Stress nicht noch einmal antun, und so war das Ende von Headway besiegelt.

 

 
Zeitungsartikel vom 20.2.1981
Zeitungsartikel vom 29.4.1981
Zeitungsartikel vom 6.6.1981
Zeitungsartikel vom 9.6.1981
Zeitungsartikel vom 12.6.1981
Zeitungsartikel vom 16.6.1981
Zeitungsartikel vom 16.6.1981
 

 


Homerecording (ab 1981)   top

 

Ab 1981 widmete ich mich ausschließlich der gepflegten Aufnahme eigener Songs. Das war zunächst einmal mit einem kompletten Austausch der Ausrüstung verbunden. Leider wurden - weil das Geld für Tonbandmaschinen gebraucht wurde - auch Teile verkauft, die heute zu den absoluten Raritäten zählen und die man eigentlich gern noch hätte. Nun ja... Aufgenommen wurde zunächst mit einer 4-Spur-Maschine (Teac A3440) und zwei Revox A77 Highspeed zum Mastern. Komplexere Aufnahmen konnten nur im Ping-Pong-Verfahren hergestellt werden, was aber Dank dbx-Rauschunterdrückung recht gut gelang.

 

Dann kam MIDI auf und die ersten Sequenzer-Programme für den C-64. Eine mühsame Angelegenheit! Erst mit dem Atari und der eingebauten MIDI-Schnittstelle wurde die Sache dann angenehmer und die Programme wurden komfortabler. Immerhin entstand 1985 eine MC mit eigenen Aufnahmen, die veröffentlicht wurde. Bis dahin war als Alternative nur eine teure Plattenpressung möglich. Die Speicherung der Aufnahmen war aber nach wie vor ausschließlich auf Band wirtschaftlich, wobei die großen 26er Tonbänder jeweils rund 60 DM kosteten (= 45 Minuten Aufnahmezeit bei 38 cm/sec). Auch das ging ins Geld.

Schließlich stellte ich um auf 8-Spur-Kasseten-Aufnahmen. Die Spulengeräte wurden verbannt. Auch das Mischpult wurde um einige Dimensionen größer. Der noch aus Bandzeiten stammende Live-Mixer wurde gegen ein Recording-Pult von Ramsa ausgetauscht (siehe Bild). Echtes Studio-Feeling kam aber erst auf, als sich die schnelleren PC ab Pentium 200 durchsetzten und jede Soundkarte auch eine MIDI-Schnittstelle aufwies. Auch die neue Softwaregeneration von Steinberg trug ihren Teil bei. Parallel dazu wurden die Kapazitäten der Festplatten immer größer, während die Preise dafür dramatisch fielen.

Getoppt wurde das Ganze ab 2003 durch die Anschaffung eines 24-Spur-Digital-Rekorders, ein Aufnahmegerät, das vor wenigen Jahren noch sündhaft teuer war und das sich nur gut gebuchte Studios leisten konnten. Wenn man vorher nur maximal acht Audiospuren zur Verfügung hatte, so war das nun ein Quantensprung. Aber auch 24 Spuren kann man problemlos füllen.

 

Seit 2007 nehme ich nur noch mit dem Computer auf. Den 24-Spur-Rekorder habe ich abgeschafft. Der Vorteil des puren Harddisk-Recordings ist die unmittelbare Möglichkeit, die Sounds direkt bearbeiten zu können bis hin zur Korrektur einzelner Silben oder Noten. Die Arbeit gestaltet sich so sehr viel ökonomischer als mit einem externen zusätzlichen Gerät. Am Ende muss ja ohnehin alles in den PC zwecks Masterings.

 

 

 


Soloprojekt (1985)   top  

 

1985 war erstmal genügend Material aufgenommen, natürlich mit den guten alten REVOX-Maschinen. Ich hatte damals zwei REVOX A77 Highspeed/2-Spur (19 und 38 cm/sec). Damit konnte man - im Verbund mit einer DBX-Rauschunterdrückung - im so genannten Ping-Pong-Verfahren sehr gute Aufnahme-Ergebnisse erzielen. Ich habe fünf Songs ausgewählt und daraus eine MC gemacht, wobei der Sound in Siggi Bemms Woodhouse-Studio gemastert wurde. Ich habe die Veröffentlichung dieser Kassette aber immer als reines Underground-Projekt verstanden. Dazu die Hagener Presse:

Zeitungsartikel vom 1.3.1985
Zeitungsartikel vom 28.3.1985

 

 

 


CD-Projekt 2000   top

 

 

Schon seit Ende der 1980er-Jahre hatte ich mit der Dortmunder Sängerin Anna Pappert zusammengearbeitet und so manchen Song aufgenommen. Es stellte sich heraus, dass soviel Material vorhanden war, dass es sich lohnte, eine CD zu veröffentlichen und besonders Anna darauf herauszustellen. In Eigenregie und -arbeit hergestellt und mit dem Label "SongWARE" versehen erschien die CD "Anna & More".

Fast parallel dazu stellte ich meine Musik auch an verschiedenen Plätzen ins Web, unter anderem bei MP3, Javamusic, The Music Com., People Sound, Pump Audio und MySpace. Die Resonanz darauf war erfreulich. Inzwischen hat sich aber die Struktur dieser Audiosites im Internet sehr zu ungunsten der Musiker verändert, sodass sich eine Veröffentlichung dort kaum mehr lohnt. Es werden im Grunde nur die großen Acts gefördert, die ohnehin schon millionenfach verkaufen.

 
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CD-Rezension

   

CD-Projekt 2008   top
 

Im Herbst 2007 hatte ich die Idee, noch einmal ein großes Projekt wie das damalige Project OVEC in Angriff zu nehmen, also ein Konzert für Orchester und Band. Bestärkt wurde ich darin durch den Besuch einer Aufführung mit John Lord und dem Sinfonischen Orchester Hagen im Februar 2008. Es wurde noch einmal das legendäre Concert for Band and Orchestra von 1969 mit Deep Purple und den Londoner Symphonikern aufgeführt. Überragend!

 

Ich habe mich sofort ans Werk gemacht und konnte die Arbeit im Frühjahr 2009 fertig stellen. Herausgekommen ist ein umfassende Komposition: Overtüre für Orchester solo, Hauptwerk für Band und Orchester, Finale für Band solo - zusammen rund 65 Minuten Musik. In Anlehnung an den ursprünglichen Titel habe ich das Ganze Project OREC genannt (Orchester, Rolf Esser & Company). Derzeit ist die Partitur in Arbeit und ich hoffe, das Werk irgendwann einmal aufführen zu können.

 
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Interview mit "FROM ME TO YOU" vom 2. Juli 2008

 

CD-Projekt 2010   top
 

Nach so vielen Jahren des Homerecordings war es an der Zeit, einmal Bilanz zu ziehen. Zu meiner Verblüffung war die Zahl der fertig gestellten Songs ziemlich angewachsen, während eine Fülle von Songfragmenten noch auf die Vollendung wartet. Ich habe mich dann entschieden, nach 45 Jahren aktiven Musikerdaseins endlich den Markt mit einer offiziellen CD zu beglücken. Ob der Markt darauf gewartet hat? Man wird sehen.

 

Ich habe dann 30 der fertigen Songs ausgewählt und diese an Freunde geschickt mit der Bitte, eine persönliche Bestenliste mit 12 meiner Kompositionen aufzustellen. Herausgekommen ist nun ein "best of"-Album, das gewissermaßen representativ ist. Um die Bastelarbeitarbeit an Instrumenten, Geräten und PC entsprechend zu würdigen, habe ich die CD Rolf Esser´s Home Studio betitelt. Sie ist in allen Download-Portalen und Online-Shops erhältlich. Für mich ist das eine ziemlich spannende Sache. Die Erfahrungen meiner MySpace-Seite haben gezeigt, dass viele der Seiten-Besucher danach gefragt haben, ob und wo man meine Songs kaufen kann. Wohlan, nun ist es möglich!

 
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Zeitungsartikel vom 20. Mai 2010
Bericht aus "FROM ME TO YOU" vom 2. Juni 2010
CD-Rezension

   

CD-Projekt 2011/1   top
 

Nach der schwierigen Auswahl für die Bestückung meiner CD "Rolf Esser´s Home Studio" blieben etliche Songs übrig, die nicht unbedingt von schlechterer Qualität waren. So habe ich mich entschlossen, 13 Kompositionen auf eine weitere CD zu packen und diese mit dem Titel Faces zu versehen, was mir sehr passend schien angesichts der unterschiedlichen musikalischen Ansätze. So gibt es diesmal ein Instrumental im Big Band-Stil zu hören. Ein weiteres Instrumental baut auf südamerikanischen Rhythmen auf. Auch diese CD ist wieder im weltweiten Handel erhältlich oder kann direkt bei mir bestellt werden.

 

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CD-Rezension
   

CD-Projekt 2011/2   top
   

Unter dem griffigen Titel All That Great Twangy Sounds habe ich auf dieser CD all meine Instrumentals zusammengefasst, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Ursprünglich waren es 13, allerdings ist ein Instrumental eine Cover-Version von Erocs Wolkenreise, die ich mit seinem Einverständnis aufgenommen habe, die ich aber natürlich nicht veröffentlichen darf, ohne Tantiemen (GEMA) zahlen zu müssen. Bleiben immerhin noch 12 gesanglose Songs in einer bunten Mischung - vom südamerikanisch angehauchten "Real Samba" bis zum diskomäßigen "Skank Cargo".

 

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CD-Projekte 2012/2013   top
   

Nach meinem Werk für Orchester und Band wollte ich noch einmal die klassische Thematik aufgreifen. Eine gute Möglichkeit schien mir dabei die Komposition einer umfassenden Ballettmusik. So machte ich mich Anfang 2012 ans Werk. Auf der Basis einer sagenartigen Geschichte mit dem Titel Der Glockenhain entstand am Ende eine Ballet-Suite mit 11 Einzelstücken bei klassischer Orchesterbesetzung, konzipiert für klassisches Ballett.

 

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Geschichte "Der Glockenhain" (Zip-Datei)
   

Nach der Fertigstellung der Ballett-Suite Der Glockenhain schwebte mir ein Ballett-Abend der Kontraste vor. Einen großen Gegensatz zur klassischen Orchestermusik bildet sicher die elektronische Musik. So entstanden 10 weitere Kompositionen unter massivem Einsatz von PC und Software-Synthesizers aller Art, konzipiert für modernes Ballett, betitelt Cosmic Dance.

 

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CD-Projekt 2016   top
 

Auf dieser CD findet sich alles, was sich sonst noch in den  Aufnahmegeräten staute und auf eine Veröffentlichung wartete.

 

 

 

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